Was tun, wenn der Handwerker nicht erscheint?

Was tun, wenn der Handwerker nicht erscheint?

Termin vereinbart, extra frei genommen – und der Handwerker kommt nicht. Was sind Ihre Rechte und wie gehen Sie vor?

⚠️ Rechtshinweis:

Profiradar gibt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Anwalt.

Rechtliche Situation

Bei verbindlicher Terminvereinbarung

Wenn ein fester Termin vereinbart wurde, ist der Handwerker verpflichtet zu erscheinen. Tut er das nicht, ist er im Verzug.

Bei unverbindlicher Zusage

„Ich komme diese Woche mal vorbei“ ist keine verbindliche Terminvereinbarung.

Ihre Rechte bei Nichterscheinen

Wenn der Handwerker nicht zum vereinbarten Termin erscheint, stehen Ihnen verschiedene Rechte zu. Sie können eine Nachfrist setzen, indem Sie dem Handwerker einen neuen, verbindlichen Termin mit klarer Frist anbieten. Nach erfolgloser Fristsetzung haben Sie das Recht zum Rücktritt vom Vertrag, wodurch Sie von Ihren Verpflichtungen befreit werden. Bei nachweisbarem Schaden können Sie Schadensersatz geltend machen, etwa für entgangenen Verdienst oder Folgekosten. Wenn Sie einen anderen Handwerker beauftragen müssen, können die dadurch entstehenden Mehrkosten vom ursprünglichen Handwerker zurückgefordert werden.

So gehen Sie vor

Schritt 1: Kontaktaufnahme (sofort)

Versuchen Sie zunächst, den Handwerker telefonisch zu erreichen und zu klären, ob es einen nachvollziehbaren Grund für das Nichterscheinen gibt. Falls ein Notfall, eine Krankheit oder ein unvorhersehbares Ereignis vorliegt, sollten Sie Kulanz zeigen und einen neuen Termin vereinbaren. Wenn Sie jedoch keine Antwort erhalten oder der Handwerker nicht erreichbar ist, dokumentieren Sie Ihre Kontaktversuche sorgfältig, denn diese Dokumentation ist später wichtig.

Schritt 2: Schriftliche Fristsetzung

„Sehr geehrte/r …,

zum vereinbarten Termin am [Datum] um [Uhrzeit] sind Sie nicht erschienen. Ich setze Ihnen hiermit eine Nachfrist bis zum [Datum + 1 Woche].

Nach Fristablauf behalte ich mir vor, vom Vertrag zurückzutreten und einen anderen Handwerker zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen“

Schritt 3: Nach Fristablauf

Wenn die gesetzte Frist verstrichen ist, ohne dass der Handwerker erschienen ist oder sich gemeldet hat, können Sie vom Vertrag zurücktreten. Erklären Sie den Rücktritt schriftlich, um rechtlich abgesichert zu sein. Beauftragen Sie einen anderen Handwerker mit den Arbeiten und achten Sie darauf, ein vergleichbares Angebot einzuholen. Dokumentieren Sie eventuelle Mehrkosten sorgfältig, denn diese können Sie vom ursprünglichen Handwerker zurückfordern.

Schadensersatz – was können Sie fordern?

Schaden Erstattung?
Verdienstausfall (Urlaub genommen) ✅ Ja, wenn nachweisbar
Anfahrtskosten (bei Ihnen gewartet) ❌ Meist nein
Mehrkosten anderer Handwerker ✅ Ja
Folgeschäden (z.B. Wasserschaden blieb unbehoben) ✅ Ja, wenn kausal

Prävention: So vermeidest Sie No-Shows

Vor der Beauftragung

Lesen Sie vor der Beauftragung die Bewertungen des Handwerkers aufmerksam, insbesondere bezüglich der Zuverlässigkeit und Termintreue. Lassen Sie sich verbindliche Termine immer schriftlich bestätigen, damit keine Missverständnisse entstehen. Senden Sie am Vortag des Termins eine freundliche Erinnerung, die dem Handwerker hilft, den Termin nicht zu vergessen.

Bei der Terminvereinbarung

Vereinbaren Sie immer ein konkretes Datum mit genauer Uhrzeit, denn vage Aussagen wie „irgendwann nächste Woche“ sind nicht verbindlich. Halten Sie die Terminvereinbarung schriftlich fest, etwa per E-Mail oder SMS, damit Sie einen Nachweis haben. Tauschen Sie außerdem Mobilnummern aus, damit Sie sich am Tag des Termins direkt erreichen können, falls etwas Unvorhergesehenes passiert.

Häufige Gründe fürs Nichterscheinen

Legitime Gründe

Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe für ein Nichterscheinen. Krankheit oder ein Unfall können den Handwerker oder seine Mitarbeiter unerwartet außer Gefecht setzen. Ein Notfall bei einem anderen Kunden, etwa ein Wasserrohrbruch, kann ebenfalls dazu führen, dass andere Termine verschoben werden müssen. Auch unvorhersehbare Verzögerungen bei vorherigen Baustellen, etwa durch versteckte Mängel, sind manchmal unvermeidlich.

Inakzeptable Gründe

Manche Ausreden sind jedoch inakzeptabel und zeugen von Unprofessionalität. Die Aussage „Hab’s vergessen“ zeigt mangelnde Organisation und Respektlosigkeit gegenüber Ihrer Zeit. Wenn der Handwerker erklärt, er „hatte was Besseres zu tun“, ist das eine klare Missachtung der Vereinbarung. Am schlimmsten ist es, wenn der Handwerker einfach nicht erreichbar ist und sich weder meldet noch auf Anrufe oder Nachrichten reagiert.

Fazit: Kommunikation ist key

Ein seriöser Handwerker sagt rechtzeitig Bescheid, wenn er verhindert ist. Bleibt er ohne Nachricht fern, ist das unprofessionell – und gibt Ihnen rechtliche Handhabe.

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