„Ohne Rechnung wird’s günstiger“ – klingt verlockend, ist aber illegal und birgt große Risiken für Sie als Auftraggeber.
Profiradar gibt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Anwalt.
Schwarzarbeit liegt vor, wenn keine Rechnung ausgestellt wird und die erbrachten Leistungen somit nicht versteuert werden. Ebenso gehört dazu, dass Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen werden, die der Handwerker eigentlich für sich oder seine Mitarbeiter abführen müsste. Auch das Nichterfüllen von Gewerbepflichten, etwa die fehlende Gewerbeanmeldung oder Handwerkskammer-Eintragung, fällt unter Schwarzarbeit.
| Vergehen | Strafe |
|---|---|
| Beihilfe zur Steuerhinterziehung | Geldstrafe oder bis 5 Jahre Haft |
| Schwarzarbeit beauftragen | Bis 50.000 € Bußgeld |
| Illegale Beschäftigung | Bis 500.000 € Bußgeld |
Neben den rechtlichen Konsequenzen gibt es weitere erhebliche Nachteile. Sie haben keine Gewährleistungsansprüche, da ohne Rechnung kein rechtlich belastbarer Vertrag nachgewiesen werden kann, was Sie bei Mängeln schutzlos stellt. Falls während oder nach den Arbeiten Schäden entstehen, bleiben Sie auf den Kosten sitzen, denn ohne Rechnung gibt es meist auch keine Versicherung, die haftet. Der Handwerkerbonus von 20% der Arbeitskosten, den Sie von der Steuer absetzen könnten, fällt komplett weg, da das Finanzamt nur Rechnungen anerkennt. Schließlich haben Sie keinen Beweis für die erbrachte Leistung, was es schwierig macht, überhaupt nachzuweisen, dass Arbeiten durchgeführt wurden.
Handwerker, die Schwarzarbeit anbieten, verfolgen damit verschiedene wirtschaftliche Interessen. Sie sparen die Steuerersparnis von 19% Mehrwertsteuer plus Einkommensteuer, was ihre Gewinnmarge deutlich erhöht. Außerdem fallen keine Sozialabgaben für Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Gewerbekosten wie Kammerbeiträge, Versicherungen und Bürokratiekosten entfallen ebenfalls. Manche Handwerker sehen sich auch durch den starken Preisdruck der Konkurrenz gezwungen, über Schwarzarbeit wettbewerbsfähig zu bleiben.
Aber: Für Sie überwiegen die Risiken bei Weitem die Ersparnis!
| Position | Mit Rechnung | Ohne Rechnung |
|---|---|---|
| Kosten | 10.000 € | 8.000 € (20% Rabatt) |
| Steuerbonus (20%) | – 1.200 € | – 0 € |
| Effektivkosten | 8.800 € | 8.000 € |
| Gewährleistung | ✅ 2-5 Jahre | ❌ Keine |
| Versicherungsschutz | ✅ Ja | ❌ Nein |
Fazit: 800 € „gespart“, aber Risiko von 10.000+ € bei Mängeln!
Wenn Ihnen Schwarzarbeit angeboten wird, sollten Sie höflich, aber bestimmt ablehnen und klar kommunizieren, dass Sie nur mit ordnungsgemäßer Rechnung arbeiten möchten. Bestehen Sie auf einer Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer, denn das ist Ihr gutes Recht und schützt Sie rechtlich. Falls der Handwerker nicht bereit ist, eine Rechnung auszustellen, suchen Sie sich einen anderen Handwerker, der legal arbeitet.
Vermeiden Sie es, aus vermeintlicher Sparsamkeit auf das Angebot einzugehen, denn die kurzfristige Ersparnis kann Sie langfristig teuer zu stehen kommen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, dem Handwerker einen Gefallen tun zu wollen, denn Sie machen sich selbst strafbar. Verfallen Sie auch nicht der trügerischen Hoffnung, dass schon alles gutgehen wird, denn die Risiken sind real und können gravierende finanzielle und rechtliche Folgen haben.
Wenn Sie bereits Schwarzarbeit beauftragt haben, gibt es noch eine Möglichkeit, die Situation zu bereinigen. Eine Selbstanzeige beim Finanzamt ist möglich und zeigt, dass Sie bereit sind, den Fehler zu korrigieren. Diese kann die Strafe erheblich mildern oder unter bestimmten Umständen sogar ganz vermeiden. In jedem Fall ist es besser, selbst aktiv zu werden, als erwischt zu werden, denn dann sind die Konsequenzen deutlich härter. Bevor Sie jedoch eine Selbstanzeige erstatten, sollten Sie unbedingt einen auf Steuerrecht spezialisierten Anwalt konsultieren, der Sie über das richtige Vorgehen berät.
Die vermeintliche Ersparnis ist das Risiko nicht wert. Bei Mängeln, Schäden oder Kontrollen zahlen Sie drauf – und zwar deutlich mehr als die anfängliche „Ersparnis“.
Unser Rat: Bestehen Sie IMMER auf einer ordnungsgemäßen Rechnung. Seriöse Handwerker haben damit kein Problem!
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