Handwerker insolvent – was passiert?

Handwerker insolvent – was passiert?

Der beauftragte Handwerker meldet Insolvenz an – was bedeutet das für Ihr Projekt und Ihr Geld?

⚠️ Rechtshinweis:

Profiradar gibt keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Anwalt.

Was bedeutet Insolvenz?

Der Handwerksbetrieb ist zahlungsunfähig oder überschuldet. Ein Insolvenzverwalter übernimmt die Abwicklung.

Ihre Situation nach Zahlungszeitpunkt

Situation Ihre Position
Noch nicht gezahlt, Arbeit nicht begonnen ✅ Gut – einfach anderen Handwerker beauftragen
Angezahlt, Arbeit nicht begonnen ❌ Schlecht – Geld wahrscheinlich weg
Arbeit läuft ⚠️ Kompliziert – Insolvenzverwalter entscheidet
Arbeit fertig, noch nicht gezahlt ⚠️ Sie müssen zahlen (an Insolvenzverwalter)
Arbeit fertig und gezahlt, Mängel ❌ Gewährleistung schwierig durchsetzbar

Sofort-Maßnahmen bei Insolvenz

Schritt 1: Information einholen

Prüfen Sie offiziell im Insolvenzregister, ob die Insolvenz tatsächlich eröffnet wurde. Kontaktieren Sie den Insolvenzverwalter und melden Sie Ihre Forderung umgehend an.

Schritt 2: Zahlungsstopp

Leisten Sie keine weiteren Zahlungen an den Handwerker, sondern zahlen Sie ab sofort nur noch an den Insolvenzverwalter. Widerrufen Sie gegebenenfalls erteilte Lastschriftmandate.

Schritt 3: Forderung anmelden

Melden Sie Ihre Forderung schriftlich beim Insolvenzverwalter an. Fügen Sie alle relevanten Belege wie Vertrag und Überweisungsnachweise bei und beachten Sie unbedingt die Frist, die im Insolvenzverfahren bekannt gegeben wird.

Wie viel Geld bekommen Sie zurück?

Realistische Quote: 0-20%

In den meisten Fällen bekommen Sie nur einen Bruchteil oder gar nichts zurück. Sie sind Insolvenzgläubiger und stehst hinten in der Reihe.

Wer wird zuerst bezahlt?

  1. Insolvenzverwalter
  2. Steuern, Sozialversicherung
  3. Mitarbeitergehälter
  4. Gesicherte Gläubiger (Banken)
  5. Dann erst: Normale Gläubiger (Sie)

Laufende Projekte – geht’s weiter?

Der Insolvenzverwalter entscheidet:

  • Option 1: Projekt wird fortgeführt (Sie zahlen an Verwalter)
  • Option 2: Projekt wird abgebrochen (Sie müssen anderen Handwerker suchen)

Absicherung für die Zukunft

Vor der Beauftragung prüfen

Checken Sie die Bonität des Betriebs beispielsweise über Creditreform, informieren Sie sich, wie lange es den Betrieb bereits gibt, und lesen Sie Bewertungen anderer Kunden.

Zahlungsmodalitäten klug wählen

Zahlen Sie niemals 100 Prozent Vorkasse. Vereinbaren Sie maximal 30 bis 40 Prozent Anzahlung und begleichen Sie den Restbetrag erst nach erfolgreicher Abnahme der Arbeiten.

Bei großen Projekten

Verlangen Sie bei umfangreichen Bauvorhaben eine Gewährleistungsbürgschaft oder eine Bauhandwerkersicherung. Eine Versicherung gegen Insolvenz kann zusätzlichen Schutz bieten.

Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Eine Insolvenz des Handwerkers ist ärgerlich und meist verlierst Sie Geld. Prüfen Sie vor Beauftragung die Seriosität und zahlen Sie nie alles im Voraus!

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